Seit Monaten liegt uns meine Freundin in den Ohren, wir sollen doch
einmal in ihrem Lapidary Club vorbeischauen. Lapidary bedeutet
Steinschleif Club. Der Begriff bezieht sich auf die Kunst des
Schleifens, Schnitzens und Polierens von Edelsteinen und Mineralien, um
sie in Schmuckstücke, Kunstwerke oder Sammlerstücke zu verwandeln. Die
Mitglieder kommen zusammen, um ihre Begeisterung für Edelsteine und
Mineralien zu teilen. Dabei tauschen sie nicht nur ihr Wissen aus,
sondern vertiefen ihre Fertigkeiten in der Edelsteinbearbeitung in
kreativen Projekten und Kursen. Darüber hinaus sind SteinClubs nicht nur
Orte des Lernens, sondern auch Treffpunkte. An Allerhöchster Stelle
steht der Austausch von Tratsch und Klatsch und Wochenenderlebnissen bei
diesen Treffen, wie in den meisten sozialen Clubs dieser Welt.
B ist
ein begeisterter Steinsammler, und letztes Weihnachten waren wir ja
schon unterwegs, um nach Mineralien zu schürfen. Deshalb liegt es nahe,
Steine zu schleifen.
Als wir zur Einführung ankommen, fällt uns als Erstes der starke Geruch nach Räuberhöhle auf, das liegt wohl an dem ältlichen Mannsvolk, das sich dort herumtreibt. Wir werden in die Kunst des Schleifens eingewiesen. Da B sich meist nicht traut, muss ich an die Steinsäge, die mir jedes Mal fast einen Herzinfarkt gibt. Wie mir allerdings nachhaltig demonstriert wird, schneidet diese nur Stein und kein Fleisch. Sollte allerdings der Fingernagel aus Versehen dazwischenkommen, ist der Finger ab, „wie Butter“. Wie beruhigend. Mein Herz klopft jedes Mal, wenn ich da ran muss.
Als wir zur Einführung ankommen, fällt uns als Erstes der starke Geruch nach Räuberhöhle auf, das liegt wohl an dem ältlichen Mannsvolk, das sich dort herumtreibt. Wir werden in die Kunst des Schleifens eingewiesen. Da B sich meist nicht traut, muss ich an die Steinsäge, die mir jedes Mal fast einen Herzinfarkt gibt. Wie mir allerdings nachhaltig demonstriert wird, schneidet diese nur Stein und kein Fleisch. Sollte allerdings der Fingernagel aus Versehen dazwischenkommen, ist der Finger ab, „wie Butter“. Wie beruhigend. Mein Herz klopft jedes Mal, wenn ich da ran muss.
Inzwischen habe ich mich auch endlich für die Afterhour-Freischaltung in der Bibliothek angemeldet. Wenn man früh oder abends in der Bibliothek arbeiten will, kann man einen Einführungskurs machen und darf dann auch außerhalb der Öffnungszeiten die gesamte Bibo benutzen. Nur auf den Dachgarten darf man nicht, aber da würden wahrscheinlich auch zu viele Leute Partys feiern.
Ich laufe durch die Stadt, um mich mit einer Freundin zu treffen. Da kommt mir ein Typ entgegen mit einem Schild um den Hals: „If you have anxiety or depression please hug me.“ Noch bevor ich überlegen kann, ob das auf mich zutrifft, bildet sich eine Schlange mit älteren Damen, die den Jüngling umarmen …
Ein wenig später sitze ich mit meiner Freundin im Recital Center , die Luft zittert vor Erwartung, während wir die ersten Töne klassischer Musik hören. Meine Freundin nimmt schnell ein paar Minuten Video auf, um es ihrem Mann zu schicken, der nicht da sein kann. Da zischt von hinten eine klassische Karen: „Handys sind hier verboten. Handy aus.“ Meine Freundin schaut sich leicht irritiert um und nimmt weiter auf, um den Clip dann abzuschicken. Da kommt von hinten eine Karenhand und packt sie an der Schulter, um ihr klarzumachen, dass jetzt Ernst gemacht wird. Wir schauen uns irritiert an – aggressiver Körperkontakt, um einen Punkt zu machen. Ich schaue mich im Konzertsaal um und sehe noch andere Handys blitzen, die Aufnahmen machen. Ich sehe schlafende Kinder mit hochgezogenen Beinen auf den Konzertbänken und eine Menge Leute in T-Shirt und kurzen Jeans . Hier sind alle entspannt, und wir sind auch nicht die Einzigen, die unser Handy benutzen. Das Handylicht ist gedimmt … woran liegt es, dass in den letzten Jahren die Dichte der Wutbürger so stark zugenommen hat? Seit Corona? Menschen werden immer aggressiver und wollen ihren Punkt auch auf Teufel komm raus durchboxen, ohne die Perspektive der Anderen in Betracht zu ziehen.
Am Ende des Konzerts versucht meine Freundin, mit der
Karen, die noch eine zweite Freundin-Karen neben sich sitzen hat, zu
reden. Von Weiten könnte man meinen, die beiden könnten, zu unserem Tribe
gehören; Mittel ältliche alternativ Muttis, die gut mit dem eigenen
Geschlecht klarkommen. Bei Nähe betrachtet sprühen allerdings die hassblitzenden Augen und die albernen Argumente. Wir entscheiden uns
gegen weitere Diskussionen und für einen Gin Tonic und lassen die beiden
in ihrer bösartigen Pfütze der Negativität sitzen.
Der Begriff „Karen“ wird im Internet und in der Popkultur verwendet, um
eine stereotype Persönlichkeitsart zu beschreiben. Oft wird eine „Karen“
als unhöfliche, fordernde, übermäßig beschwerdeführende und oft
rassistische Frau dargestellt. Der Begriff hat in den sozialen Medien
Verbreitung gefunden und wird manchmal humorvoll oder sarkastisch
verwendet, um Verhaltensweisen zu kritisieren, die als egozentrisch oder
problematisch wahrgenommen werden. Der Begriff existiert auch nicht
ohne Kritik, weil er stereotype Vorstellungen von Frauen verstärkt. Ich
verstehe, dass er beleidigend sein kann, aber wenn es den
Ausdruck des mittelalten weißen Mannes mit Erklär-Komplex gibt, warum
soll es keine Karen geben?
Wir brauchen mehr junge Männer mit „Umarm mich Schild“, um den Karens dieser Welt die Luft aus den Segeln zu nehmen.
Wir brauchen mehr junge Männer mit „Umarm mich Schild“, um den Karens dieser Welt die Luft aus den Segeln zu nehmen.
Als wir aus dem Konzertsaal kommen, laufen die Karens an
uns vorbei und wir können nicht anders, als die beiden auszulachen und
einen Witz zu machen. Die beiden blitzeln uns an, als ob sie uns gleich
verprügeln wollen, deshalb bewaffnet sich Amerika … wegen der Karens
dieser Welt.
Im Oktober steht in Australien ein bedeutendes Referendum an. Die
"Yes-Kampagne" gibt den Bürgern die Möglichkeit zu entscheiden, ob die
Verfassung geändert werden soll, um die indigenen Völker formell
anzuerkennen. Die zentrale Frage dabei ist, ob traditionelle australische
Einwohner eine beratende Stimme im Parlament erhalten sollten. Diese
Frage führt zu einer hitzigen Debatte, es wird argumentiert, dass die
beratende Stimme keine nachhaltige Wirkung hätte und lediglich
symbolisch wäre. Daher sind von Anfang an viele Stimmen, einschließlich
derer von
traditionellen australischen Einwohnern, gegen ein Ja, da der gesamte
Prozess als fehlerhaft angesehen wird.
Kritiker bemängeln hauptsächlich, dass vor dem Referendum die genaue Struktur der "Voice" nicht festgelegt wurde, was Unsicherheiten schafft. Offensichtlich fehlen klare Strukturen und Befugnisse, sodass es sich um eine Gesetzgebung auf Empfehlungsbasis ohne Durchsetzungsmöglichkeiten und Zähne handelt. Andererseits bedeutet das einseitige Abschmettern der Idee, dass selbige nie wieder auf den Tisch kommt.
Unser Wahlbezirk ist einer derjenigen, die mit Abstand die meisten Ja-Stimmen hatten, genauso wie wir immer die meisten Stimmen für die Grünen bekommen. Dies bedeutet jedoch letztendlich wenig, außer dass hier die meisten selbstgefälligen, wohlhabenden Bürger des Landes leben. Die Neinstimmen gewannen in diesem Fall, was dazu führt, dass in der restlichen Welt erneut die Meinung aufkommt, Australien bestehe aus einer Gruppe von Rassisten. Dies entspricht jedoch keineswegs der Realität, sondern zeigt vielmehr, dass die Wahl von Anfang an eine politische Farce der Regierung war. Genau wie Australien seit Jahren in der Welt als rassistisch betrachtet wird, da Boatpeople von vornherein des Landes verwiesen werden, um die Praxis des Menschenhandels grundsätzlich zu unterbinden. Im Gegensatz dazu sterben in Europa unter dem Deckmantel der "Menschenfreundlichkeit" kontinuierlich Boatpeople, wenn sie geschmuggelt werden, weil sich die Regierungen davor scheuen, echte Entscheidungen zu treffen.