Die Strasse und Gärten sind gefüllt vom Geruch des Jasmins.
Das Kind lernt Englisch Lektionen im Lesen und Buchstabieren auf dem Computer; In der Schule melden wir ihn erst an, wenn er auf einem Level ist, auf dem er sich sicher fühlt. Momentan ist hier sowieso Heimschule.
Ausserdem gibts Lego und Minecraft.
Der Geruch von Jasmin begleitet in Melbourner Vororten immer den Frühling, leider ist Jasmin eine Schlingpflanze und gerät gerne ausser Kontrolle. Ich verbringe 4 Stunden damit die Palmen in unserem Garten vorm Erstickungstot durch zu befreien.
In unserem alten Viertel spazieren gehen ist deprimierend, 70% unserer Lieblingsläden haben zugemacht . Einkaufen gehen ist deprimierend da wir ständig an geschlossenen Kaffees und ausgeräumten Geschäften vorbei kommen.
Auf einem Spaziergang in unserer alten Nachbarschaft in Fitzroy treffen wir den Hund wieder, der immer vor seinem Haus in der Sonne liegt; trotz Pandemie, er liegt noch.
Viele Supermärkte machen um sechs zu, damit Angestellte vor der Ausgangssperre nach Hause kommen.
Mitte der Woche bekommen wir unser erstes Schweinchen. Für “günstige” 45 AU$. Wir schleichen uns durch Hinterstrassen mit dem Auto heran, da der Abholpunkt 7km von unserem Haus entfernt ist.
Futter und Heu sind kein Problem, da Tierläden essenziell und offen sind.
B wünscht sich Berliner, wir backen welche, nicht diätisch; aber für einen Lockdown die richtige Beschäftigung. Das nächste mal mehr Backpulver.
S. ist ein Meister in Misosuppe in allen Variationen gewordenWenn ich über den Tag ein Kaffee Date mit Freunden hab treffen wir uns auf Spaziergänge, aber das bin ich ja schon vom deutschen Winterlockdown gewohnt.
Freitag, mit Anfang des Wochenendes schleichen wir uns ins Haus unserer Freunde. Einer durch den Vordereingang, einer durch den Hintereingang, immer abwechselnd mit Abstand, damit die Nachbarn uns nicht verpetzen. Gin und Bier fliessen freizügig, alle sind weinselig und haben den Lockdown satt. Wir sind nicht die einzigen die sich heute hereinschleichen, unsere kleine Party, geht nur bis acht dreissig. Um neun ist Ausgangssperre.
Draussen im Park darf man die Maske zum Trinken herunterziehen aber nicht für Alkohol; das ist verboten.
In der Innenstadt demonstrieren Menschen, deshalb sieht man in unserer Gegend auch kaum Polizeikontrollen. Beim Fahrrad fahren in Carlton sehen wir Menschen die auf der Strasse Polizisten beschimpfen.
Weder den Winter noch die Beschränkungen hab ich hinter mir gelassen.
Kreide und Bilderrahmen werden diese Woche nicht geliefert.