Donnerstags ist C öfter mit ihrer kleinen Tochter L da und vor lauter Aufregung über die Meerschweinchen vergisst L diesmal Bingo, die Schwester von Bluey bei uns. Das gibt großes und tragisches Kino am Abend, bis dann nochmal gefacetimed wird. Bingo muss allerdings für ein paar Tage bei uns bleiben. Glücklicherweise hat S ein Auge auf den Partyhund und dokumentiert das Plushi im Feierrausch, bis der Partyexzess dann beendet wird, als sie endlich glücklich mit L wiedervereint wird.
Anfang des Monats aktivieren wir nach Jahren endlich wieder die Mädchen Handwerksgruppe. Was darauf hinausläuft, dass sich die übliche Mädchengruppe bei L trifft und Perlenkettchen fädelt, während wir lästern, tratschen und Musik von vorgestern hören. A hat auf dem Weg auf einem Sperrmüllhaufen einen brandneu eingepackten programmierbaren Roboter für mein Kind gefunden. Dafür bezahlen wir die lächerlich hohen Mietpreise, damit man dann im Restmüll der Superreichen, Spielzeug für seine Kinder findet. Nicht dass ich mich beschweren will, B jedenfalls hat sich nicht beschwert.Es sterben Menschen, genau wie vorher Menschen geboren werden, das ist inzwischen alles nur eine Frage der Perspektive. Es wird bloß mit der Zeit immer wahrscheinlicher, dass man zur ersten Gruppe gehört.
Im Mai ist Herbstputz. Der Große rote Afghane im Wohnzimmer ist furchtbar beliebt bei den Meermaeusen als Lümmelparadies. Da Meerschweinchen allerdings keine große Kontrolle über ihre Ausscheidungen haben, müssen einmal im Jahr alle Pissecken gründlich gereinigt werden. Inzwischen haben wir zwar ein ziemlich gutes System entwickelt, die meisten Pullerecken zu kontrollieren und mit Fußabtretern und Häuschen zu kontrollieren, das war allerdings noch nicht immer so. Also wird der Fussboden mit Nassreiniger bearbeitet. Neben Rasenmähen gibt es nix Schöneres für S.
Unser Freund vom Land, der eine Meerschweinalergie hat und für den wir die Grobreinigung in Angriff nehmen, kommt dann allerdings niemals. Ich bin beleidigt und tief gekränkt. Dem streue ich das nächste Mal, wenn ich da bin, Meerschweinhaare unter die Tischtennisplatte.
Jetzt im Herbst werden auch die Kartoffeln geerntet (allerdings nur kleine) und die Palmen zurückgeschnitten. Die naechste Kartoffelernte ist dann im Frühling. Das meiste Gemüse wächst hier auch über den Winter, da braucht man wenigstens nicht zu gießen. Die abgeschnittenen Palmen stecke ich einfach in frische Erde und am Ende des Winters haben die dann meistens gewurzelt. Dann kann ich an alle meine Bekannten Rahmensenker verschenken. Gerade bei B& J ist das im Moment ein großes pro, die wollen ihren Dachgarten begrünen und sind immer happy über extra Pflanzen die sich gut in der Sonne machen.
All die späten Millennials und auch Zoomerkinder tragen die, weil sie denken, es ist cool wie Massenmörder auszusehen. Wir kennen die Gestelle, aber noch aus einer Zeit, in der sie unironisch getragen wurden, das heißt wir sind zu alt für den Scheiß.
S’s Rücken wird ganz offensichtlich nicht besser trotz mehrmaliger Termine beim Rückenspezialisten und er entschließt sich schweren Herzens dazu seinen Halbmarathon abzusagen, das Startgeld ist dann natürlich futsch. Nachdem die Rückenspezialistin ihm mehrmals hintereinander überhaupt keine Massagen, sondern nur Tipps und Redetherapie gibt, wird es ihm dann zu viel und er sucht sich laut fluchend und end-genervt eine neue Massagefrau. Dann gehts auch wieder und alle können wieder glücklich aufatmen.
Wir haben einen Kindersleepover und realisieren (nicht) das erste Mal wie anziehend unbekannte und auch bekannte Medien sein können. Solange die VR in Sichtweite ist, benimmt sich der Junge wie ein Zombie, was dahin führt, dass wir sie vor verstecken. Danach geht alles reibungslos. Am Morgen müssen wir uns zwar zweifelhafte Wurst-Marmeldenbelag-Mischungen anschauen, aber das geht alles analog. Wenn zwei Neurodivergente Kinder aufeinander treffen, gibt es meistens ein Riesenchaos, gerade bei Sleepovers. Deshalb muss vorher schon ein ausgearbeitetes Programm vorliegen, dass Schritt für Schritt durchgearbeitet wird. Das nächste Mal, das wir den Jungen dahaben hat er sein elektronisches Schneidebrettchen mitgebracht und nichts kann ihn dazu bringen analogen Spaß zu haben. Das ist dann sogar B zu viel und nach lauten Worten gibt es böse Tränchen. Nächstes Mal werden wir wohl gleich dafür sorgen müssen, dass alle Medien zu Hause bleiben.
Wir haben einen Kindersleepover und realisieren (nicht) das erste Mal wie anziehend unbekannte und auch bekannte Medien sein können. Solange die VR in Sichtweite ist, benimmt sich der Junge wie ein Zombie, was dahin führt, dass wir sie vor ihm verstecken. Danach geht alles reibungslos. Am Morgen müssen wir uns zwar zweifelhafte Wurst-Marmeldenbelag-Mischungen anschauen, aber das geht alles analog. Wenn zwei Neurodivergente Kinder aufeinander treffen, gibt es meistens ein Riesenchaos, gerade bei Sleepovers. Deshalb muss vorher schon ein ausgearbeitetes Programm vorliegen, dass Schritt für Schritt durchgearbeitet wird. Das nächste Mal, das wir den Jungen dahaben hat er sein elektronisches Schneidebrettchen mitgebracht und nichts kann ihn dazu bringen analogen Spaß zu haben. Das ist dann sogar B zu viel und nach lauten Worten gibt es böse Tränchen. Nächstes Mal werden wir gleich dafür sorgen, dass alle Medien zu Hause bleiben.
Neulich in der Nacht wackelt es nur ganz kurz. Die Chance auf einen großen Lastwagen vor unserem Haus ist so gering, dass uns sofort klar ist, dass es ein Erdbeben sein muss. Allerdings hat es nur die Stärke von 4,0 und ruft keine großen Emotionen mehr hervor, nur ein wenig Verwunderung.
Während ich dem Kind „La-le-lu“ singe, klettert das Possum über die Stromleitung aufs Dach. Überirdische Stromleitungen scheinen für mich immer wie ein Überbleibsel aus dem Wilden Westen. Immerhin sind sie eine Feuergefahr im Busch und ein ständiges Ärgernis wegen der Reparaturen. Allerdings haben sie den Vorteil, dass die Straße nicht jedes Mal aufgerissen werden muss, wenn an den Leitungen gearbeitet wird. In Zeiten, in denen die Rechte nicht weiß, was die Linke tut, ist das wahrscheinlich gar nicht so schlecht. Es erfordert nicht allzu viel Hingabe, und wer weiß schon, ob wir bald überhaupt noch wissen, wie man eine Straße baut. Das Possum jedenfalls lebt gefährlich, auch ohne die Stromleitung. Ich bin mittlerweile der Meinung, dass es der Grund dafür ist, dass in meinen Beeten immer wieder über Nacht der Salat verschwindet. Entweder das oder Riesenschnecken. Vielleicht werde ich eine umfassende Untersuchungskommission einberufen müssen. Unsere Gassigänge mit Shuggy sind inzwischen zu einer festen Instanz geworden. C, Shuggies Frauchen versucht ihn immer so sauber und gepflegt wie möglich an uns abzugeben nur damit wir ihn total zerrauft wieder zurückbringen können. Heute war es besonders peinlich.
C hatte ihn stolz mit den Worten „ist frisch gebadet wegen seiner Grasallergie“ übergeben, zusammen mit einem Leckerli-Beutel Pubs-Tütchen und einem Ball.Wir stolzieren freudestrahlend los. Ich habe mir eine ausgedehnte Strecke mit Kaffeeanschluss ausgedacht und wir sind auch bald in aufgeregtes Gespräch vertieft. Das ist dann auch sicherlich der Grund, warum wir für eine Millisekunde nicht ganz darauf achten, womit sich der Hund beschäftigt. Das bietet demselben dann allerdings Gelegenheit, um sich mit seiner gesamten Körperlichkeit in einer Mischung aus Exkrement und totem Tier zu wälzen. Man kann die Überbleibsel desselben am Hund noch für Kilometer die Straße herunter riechen. Was mir besonders peinlich ist, wann immer wir an ältlichen Damen vorbeigehen, deren super gepflegte Hunde ganz aufgeregt mit unserem wegen seines Geruches spielen wollen. Das stößt bei deren Frauchen auf wenig Gegenliebe. Nach einigen Metern hab ich genug von dem Geruch, aber der hartnäckige Scheiß lässt sich nicht aus dem Hundefell entfernen. Vor lauter guter Planung sind wir auch unten am Fluss meilenweit entfernt von jedem Laden, der uns mit chemischen Reinigungsmitteln versorgen kann. Dem ist nicht zu helfen, so können wir das Tier auf gar keinen Fall zurückbringen. Wir finden zu guter Letzt einen Laden mit Babybüchern, mit denen wir notdürftig versuchten dem Ganzen einen Rahmen zu geben. Es hilft nicht viel, wir müssen das Tier wohl oder übel stinkend zurückgeben. B mein kleiner silberzüngiger Dichter der Täuschung will das Tier einfach abgeben, ohne ein Wort zu sagen. Das kann ich nicht gutheißen. Als dann die Tür aufgeht und alle kleinen Enkelchen das Tier freudestrahlend umarmend entgegennehmen, muss ich doch die Wahrheit gestehen, insoweit sie sich noch nicht durch ihren Duft verraten hatte. Die Kinder scheinen allerdings keinen Geruchssinn zu haben.
Dann kommt auch endlich B’s langersehnte Geburtstagsparty. Ich habe mich dieses Jahr gänzlich aus der Planung derselben heraus gehalten, nachdem ich in den letzten Jahren viel zu viel Zeit für Schnitzeljagden, die fast schon an professionelle grenzten, verwendet habe. Dieses Jahr wird die Aufgabe an professionelle Kinderbetreuer abgegeben. Die Kinder machen einen altersgerechten Amongipuzzelroom. Da geht es darum, dass alle Teilnehmer ein Raumschiff versorgen müssen, aber einer von ihnen ist ein Saboteur, der alle umbringen will. Ein bisschen wie Mafia oder Werwolf mit Raumanzug und am Ende wird man nicht von Dorfbewohnern gelyncht, sondern von einer Spacecrew. Der Container mit dem Puzzelroom befindet sich direkt beim Riesenrad in der Innenstadt und anschließend gibts um Geld zu sparen unten im Foodcourt mitgebrachten Kuchen und Limo. Zu sagen, dass das Riesenrad in der Innenstadt steht, ist ganz schön weit her gegriffen, und nur wahr, wenn man den äußeren Rand der Innenstadt, der den kommerziellen Hafen und Industriegelände überblickt, als Sehenswürdigkeiten zählt. Andere Städte wie zum Beispiel London haben ihr großes Riesenrad ja an Stellen aufgebaut, die ein potenzielles Interesse bei Touristen wecken, den Ausblick zu genießen. Die Melbourner Investoren stuften den Blick für ein Riesenrad als nicht so entscheidend ein, das ist dann wohl auch der Grund dafür, dass die Firma pleite ging, wie wir bei unserem Ausflug herausfinden. Das Rad steht jetzt still. Die Anlage drumherum ist allerdings überdacht, mit Holzbänken ausgestattet und eignet sich ganz ausgezeichnet für einen Kindergeburtstag. Alle sind happy. Anschließend haben wir dann noch einen Grillabend mit BBQ und Marshmallows bei uns geplant und dazu auch die Eltern aller Kinder eingeladen. Es kommen wie immer die üblichen Verdächtigen, die große Mehrzahl der Eltern bleibt aus; welcher normale Mensch schlägt denn einen kostenlosen Grillabend aus. Wir entscheiden uns, dass wir die auch alle nicht leiden können und haben einen fabelhaften Abend mit den verbleibenden drei Elternteilen. So trennt sich die Spreu vom Weizen.
Am nächsten Tag finde ich eine Tote Maus neben der Heizung und Fuchskot neben dem Kompost. Ich bin nicht der Meinung, dass die beiden Dinge etwas miteinander zu tun haben, außer dass wir ein sehr tierfreundliches Haus sind und ich wohl ein paar Maßnahmen ergreifen müssen. Gegen Mäuse kann ich nicht viel machen, außer den ehemaligen Kamin mit Stahlwolle auszustopfen. Warum die tote Maus ausgerechnet neben unserer Heizung gestorben ist, kann ich mir nur so vorstellen, dass es wahrscheinlich nett, gemütlich und warm dort ist. Der Fuchs ist allerdings eine andere Sache. Bei den Kötteln bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich um unseren nächtlichen Verandabesucher handelt. Das ist ja einerseits ganz nett, da das auf jeden Fall die Rattenpopulation extrem dezimiert. Andererseits will ich den auf keinen Fall in unserem Hintergarten haben, da ich im Sommer superoft Nachts die Gartentür aufstehen lasse und dann Tor und Tür für Attacken gegen die Meermaeuse geöffnet ist (buchstäblich). Das wollen wir ja nun wirklich nicht. Also wird die hintere Gartenecke nochmal mit Maschendrahtzaun, der sich eh hinterm Haus rumgedrückt hat, verstärkt. Ich hoffe, das hilft, aber ich werd’ im Sommer auf jeden Fall ab jetzt die Fliegengitter immer zulassen.