Babys werden gemacht und auch geboren, Gott sei Dank nicht mehr bei uns.
Anfang der Woche ist Überschwemmung
Wann immer Überschwemmungen in Melbourne sind, sehen wir das daran, dass das
Flüsschen neben uns vorbeischaut und B’s Schulweg überschwemmt. Nicht
viel, nur die unterste Ecke des Treppchens, aber genug um aufmerksam zu
werden. Außerdem wird der Fußballplatz gegenüber zum Sumpf und die
Fußballhools müssen woanders grölen gehen.
Die erste Schulfete nach Corona ist ein voller Erfolg, mein Veganer Zupfkuchen sieht so Scheiße aus, dass ihn niemand kaufen will; das nächste Mal mache ich Kekse. Die
Hottentotten hier wissen auch gar nichts zu schätzen! Das Kind bekommt
ein Eintrittsarmband und darf zusammen mit seinen Freunden den ganzen
Tag, solange es ihm Spaß macht, ins Kicherhaus, auf die Riesenrutsche
und in alle anderen aufregenden Veranstaltungen. Wir Eltern beschäftigen
uns derweil mit schwierigen schulischen Hilfsdiensten wie Aufsicht beim
Schoko werfen und dann mit sozialen Verpflichtungen wie Bier trinken
für gute Zwecke.
Unsere Aufgabe ist es, das Boxmaze zu bewachen,
am Ende des Tages erfahre ich, dass S uns verpflichtet hat, das Design
und den Bau bei kommenden Veranstaltungen zu übernehmen. Kann er ja,
aber dann wird mir klar, dass er damit mich meint? Alle sind sich einig,
dass es mir als Architektin ja sozusagen ein Bedürfnis sein muss, ein
Boxmaze zu entwerfen.
Das Kind sehe ich den ganzen Tag nicht und
nach getaner Arbeit treffen sich die Eltern auf ein überteuertes Bier im
Erwachsenenbereich.
Dann ist Sommer. Komplett ohne Übergang, Sinn und Verstand, aber wer will sich beschweren.
Alle fühlen sich plötzlich wieder sexy und strömen aus ihren Häusern, „Watermelon sugar high“ steckt eine Woche in den Köpfen fest, wohl auch weil mein Kind nichts anderes mehr singt.