Meine Midlifecrisis sagt mir, dass ich einen Pathfinder brauche, 4x4 mit Bullbar, Schnorchel und CB-Funk. S ist von der Idee sofort begeistert, jetzt müssen wir nur noch einen finden. Einen Hilux haben wir schon angeschaut, aber die getrennte Kabine ist nicht meins, ausserdem ist der Fussraum fürs Kind nicht so pralle.
Ein Pathfinder hat im Hinterraum noch eine extra Reihe ausklappbarer Sitze, das würde das Auto sofort zum Partymobil machen. Im Moment gibt es allerdings nur Schrottkarren zu horrenden Preisen auf dem Markt. Wir machen Probefahrten mit jedem Pathfinder den wir finden können, die Hälfte, die in ordentlichem Zustand ist, lassen wir von Mechanikern prüfen und bekommen nur Stirnrunzeln zurück. Niemand will im Moment seinen funktionierenden 4-Wheel-Drive gegen etwas Neues eintauschen, der Markt ist leer. Wir haben ja Zeit…
Das Kind möchte jetzt Taschengeld haben. Neben der Schule hat ein neues Kaffee aufgemacht, alle kleinen Minis stürmen da hin, um sich aufgeschäumte Milch machen zu lassen. Leider gibt es hier weder Eiscreme noch Milkshakes.
Zur Eröffnung legt ein verloren dreinschauender ZoomerDJ auf, mal sehen wo das noch hingeht.
Lemmie Kilmister ist ein Junge, Ende des Monats bekommen wir 4 goldige Meerschweinbabies.
So was unkompliziertes hab ich überhaupt noch nicht gesehen. Ich wünschte mein Kind wäre aus dem Bauch gekrabbelt und rumgelaufen als wärs schon immer da gewesen; hätte reden können und nach drei Tagen schon selbstständig gegessen. Obwohl, das mit dem gleich reden können lassen wir lieber.
Eins der Babys war eine Todgeburt, das Leben ist kein Ponnyhof. B hat im Garten eine kleine Bestattung gemacht und freut sich über die restlichen vier. Denen geht es Gut .
Nicht so schön ist, dass Lemmie Kilmister jetzt so schnell wie möglich Kastriert werden muss und bis dahin nicht mit in den Käfig zur restlichen Familie darf. Er sitzt den ganzen Tag neben dem Käfig und trauert der DiDi hinterher. Wenn wir die beiden allerdings zusammen lassen is nix mit kuscheln, da ist gleich wieder Baby-Business. Also erstmal Zwangstrennung.
Am nächsten Tag stellen wir mit Schrecken fest, dass es eine Ratte ins Haus geschafft und Lemmie gebissen hat. DiDi und die Babys sind durch den Käfig geschützt aber Lemmie sitzt in seiner Box offen daneben. Das arme Schweini ist ganz verschreckt und kommt in der nächsten Nacht mit zu uns ins Schlafzimmer.
Die folgenden Tage sind wir beschäftigt alle Löcher mit Rattengift zuzuspachteln und das Haus generell Ungeziefersicher zu machen. Im Baumarkt beim Nagergift steht eine Traube von Menschen die alle von Ratten erzählen. Wegen der schwülen Hitze und vieler offener Türen ist das Getier im Moment in der ganzen Stadt ein Problem.
Lemmies Wunden entzünden sich und der arme muss ein Antbiotikum und ein Antimyozotikum nehmen, das scheint ihn aber nicht zu stören, die Medikamente sind wie Heroin, sobald er sie riecht ist er da und schleckt brav alles weg, bis es alle ist.
Die Kastration muss deshalb allerdings um zwei Wochen verschoben werden, und danach muss er nochmal sechs Wochen Abstand von der DiDi halten, da er immer noch scharf schiessen könnte. Die arme Meermaus.