Tag sieben


 

 
 
 
 
19.08.21
 

Halbzeit, das Kind hat keinen Jetlag mehr, will aber trotzdem nicht aufstehen. Radiosender aus Deutschland kann man hier leider nur im Nachtprogramm empfangen. Gegen eins auf die Nacht steppt auf Deutschlandradio und Deutschlandfunk  nicht so der Bär, und  MDR aktuell hat meistens Wiederholungen von Unterliega-Fussballspielen laufen, warum auch immer. Ich hab Muskelkater und eine Sehnenscheidenentzündung im Fuß vom Seilspringen, also muss ich auf Rumpfbeugen umsteigen, so ein Mist.

Wenn ich hinter unserem Haus den Müll wegschaffe kann ich sehen dass dort andere Familien mit Babys und Kleinkindern wohnen, die haben sich behelfsmäßig Babygates und Weglaufsperren aus Plastikfolie gebaut Außerdem haben sie die Unterteile ihrer Betten als Sperre hingestellt. Wahrscheinlich haben sie sich auch die Matratzen in den Räumen als Doppelbetten zusammengestellt. Darauf haben wir verzichtet. B und ich schlafen immer zusammen in einem kleinen Bett, weil B Angst hat, allein im Zimmer zu schlafen. Außerdem haben wir die Türschlösser mit Putzlappen abgebunden da die Schlösser immer schließen sobald ein Windstoß kommt. Wenn man seine Schlüsselkarte drinnen vergessen hat muss man erst den Wachschutz anrufen um die Tür wieder aufzubekommen. Vorausgesetzt man hat sein Handy mit rausgebracht. Sonst guckt man in die Röhre.
 
 

Am Nachmittag kommt eine SMS: wir sollen nicht alarmiert sein wegen Rauchentwicklung, das würde nichts bedeuten, und selbst wenn es was bedeuten sollte, würden wir rechtzeitig evakuiert werden.
Danke für die Panikattacke, im Handbuch steht dass hier rundherum kontrollierte Brandrodungen stattfinden also hätte ich mir auch keine Sorgen gemacht, wenn nicht ein bekloppter auf die Idee gekommen wäre mir diese konfuse SMS zu schicken.
 Heute hätte ich Appetit auf ein Bierchen, aber wir sind hier ja ein trockenes Camp, Alkohol wird am Eingang eingesammelt. Dafür gibts viel frische Luft, Rauchentwicklung kann ich noch nicht riechen.