Tag Fünf

 






17.08.21
 

Kaffee, Temperatur, Frühstück. Unser Seil-Springen hat sich über die Zeit zu einem Wettbewerb entwickelt, wann immer ich springe, springt B einen Hopser mehr als ich. Ich muss mich innerlich totlachen, am Anfang hab ich Mühe gehabt ihn zu zwanzig Sprüngen zu motivieren, inzwischen springt er 500 am Tag. Yoga, Karten spielen, lesen, Mittag essen.  Wir haben schon voll die Routine raus. gestern hatten wir den ersten Kindermeltdown. B sieht nicht ein, dass digitale Medien erst nach dem Mittagessen erlaubt sind und vorher ein paar Sachen wie Sport und Englisch lesen erledigt werden müssen. Englische Bücher lesen ist ihm zu langweilig, ausserdem hab ich auch bloß eine super begrenzte Anzahl mit. Immerhin sind wir ja mit Koffern unterwegs, die getragen bzw. gerollt werden wollen. Deshalb haben wir zum lesen lernen wieder Reading Eggs abonniert. Damit haben wir früher schon gute Erfahrungen gemacht. Ich dachte er wird langsam ein bisschen alt dafür, aber im Laufe der Zeit wurde die App auch für ältere Lesekinder ausgebaut https://readingeggs.com.au/ .
Für mehr Bewegung hat mir eine Freundin das  7 Minutes app empfohlen  https://seven.app/, gegen die lange Weile haben wir angefangen Emoji Gesichter aus Tüten zu basteln, und einen Turm aus unserem unbenutzten Holzbesteck zu bauen. Das traurige ist, was auch immer wir hier an verpackten Vorräten nicht benutzen selbst der Zucker und das Holzbesteck, wird am Ende sowieso entsorgt, da es ja alles kontaminiert ist.
Nachmittags kommt plötzlich eine SMS; wir dürfen nur noch aller drei Tage Wäsche waschen, was natürlich ein Schlag in die Magengrube ist. Immerhin ist der Gang zur Wäscherei die einzige Möglichkeit mit anderen Menschen zu reden.  Plötzlich fühlt sich das Camp doch ein bisschen wie ein Gefängnis an.  Als dann auch noch das Internet ausfällt rufe ich nach bester deutscher Manier das Servicepersonal an, um mich zu beschweren. Die sind natürlich darauf getrimmt auf solche Situationen perfekt zu reagieren, verständnisvoll mit mir zu reden und mich zu beruhigen. Die Frau erzählt es hätte einen Vorfall an einer der Wäschereien gegeben. Ein Mann hätte nicht eingesehen dass man wartet damit das Haus leer ist bevor man selber seine Wäsche wäscht, und generell wären zu viele Menschen gleichzeitig unterwegs gewesen. Deshalb müssen wir jetzt alle zurückstecken. Na Dankeschön.
Der weg zur Wäscherei ist plötzlich mit einem Bauzaun abgesperrt.
Generell ist das Personal hier sehr besorgt um die mentale Gesundheit der Quarantänlinge. es gibt Nummern für den Fall dass man mit jemandem reden will und man wird auch ständig gefragt ob es einem Gut geht.
Abends rufen wir zu Hause an, um zu quatschen.