Tag zwei

 

 


 

14.08.21

 Früh um 5 aufgewacht, den Sonnenaufgang beobachtet. Das Wetter ist toll und die Vögel zwitschern. 10 Instant Kaffe und Yoga gemacht. Weil niemand drumherum ist kann man sowieso machen was man will es stört ja niemanden wenn man Radio hört oder auf der Veranda rumhüpft. B, der normalerweise um sechs im Bett steht, muss kurz vor 8 aus dem Bett gekitzelt werden weil ja um acht das Testteam  kommt um den Coronatest zu machen. Unser Frühstück sieht toll aus, wir haben auf den kleinen runden Metalltisch weisse Kissenbezüge als Tischdecken gelegt. Wenn wir schon aus Plasteasietten essen müssen, dann wenigstens mit Stil. Es gibt Früchte Yoghurt, Cornflakes und Mangosaft. Ist alles ganz ok, kombiniert mit ausreichend Instantkaffee. Wenn man sich lange genug einredet, dass man etwas mag, vielleicht funktioniert das dann auch irgendwann. Einen Moment lang wundere ich mich warum die Tische festgeschraubt sind, sicher gibt es hier interessantere Dinge zu klauen, aber wenigstens die Stühle lassen sich bewegen und da uns ja die ganze Veranda gehört holen wir uns die Stühle aus den anderen Zimmern noch dazu. Das Testteam kommt und kitzelt uns in Mund und Nase. Ganz leicht, sonst wäre B wahrscheinlich gleich weggerannt und ich hätte die 5000$ Strafe bezahlen müssen.  Ich jammere den Helfern ein wenig vor wie allein wir hier sind, und sie bestätigen mir, dass hier niemand mehr einzieht. Eine der beiden verspricht nachzuschauen, ob es noch andere freie Zimmer gibt. Jetzt beginnt der Rest des Tages, dem Kind wird aufgetragen sich ausreichend mit echten Dingen zu beschäftigen bevor es digitale Medien nutzen darf. Wir haben auch eine riesige Auswahl an Sachen mit. Er entscheidet sich an die Decke starrend auszuharren bis ihm Minecraft erlaubt wird. Ich muss sehr überzeugend gewirkt haben als ich ihm mitteile, dass er ohne ausreichend Bewegung, geistig und körperlich, gar nüscht bekommt, denn er macht ein paar unwillige Hopser mit dem Springseil und spielt wiederwillig Karten mit mir.  Für alle, die Anregungen brauchen wie sie in der Heimisolation genug Bewegung bekommen:   https://www.youtube.com/watch?v=RmmM11fzlKk     Wir halten uns hauptsächlich mit Yoga und Seilspringen fit. Wahrscheinlich werden da im Laufe der Zeit noch ein paar  dazu kommen.

 


Zum Mittag gab es Tagliatelle mit  Hühnchen und einem Salat. Beides wurde von meinem Sohn abgelehnt, was aber nicht wirklich ins Gewicht fällt; hier gibt es so viel Essen, dass wir die Hälfte wegwerfen müssen. Wir haben uns also dafür entschieden nur die leckeren Dinge zu essen. Normalerweise hätte ich ein riesiges Problem mit dem Müll den wir hier produzieren. Schon am ersten Tag hab ich einen riesigen Beutel mit Dingen aussortiert die wir nie benutzen werden: Tee, Zucker, Holzbesteck. und Jeden Tag kommt mehr dazu. Zu jeder Mahlzeit bekommen wir abgepacktes Holzbesteck, alles ist in Plastecontainern eingepackt. Der Greta würde das Herz stehen bleiben. Am Ende des Tages habe ich eine grosse Plastetüte mit Müll zusammengetragen,  und ich bezweifle, dass sich das in den nächsten Tagen ändern wird.  Wenn wir wirklich noch Sachen brauchen sollten könnten wir im Supermarkt etwas bestellen, aber im Moment erscheint das unwahrscheinlich, bei den Massen, die wir hier geliefert bekommen. Gegen Nachmittag habe ich mich dann auch durch das Informationsheft durchgearbeitet und herausgefunden, dass unser Block jeden Tag Wäsche waschen gehen darf, Ich jubele! Auf dem Weg ergeben sich alle möglichen Chancen mit echten Menschen zu quatschen, so isoliert ist es hier doch nicht.