Lockdown Woche 5, 10km 27.-03. Oktober




Der Garten riecht nach blühenden Rosen.
Endlich haben wir Zeit Nudeln selber zu machen, seit Jahren steht das Gerät herum und wird niemals genutzt, weil der Aufwand zu gross ist. Im Lockdown hat man das Gefühl alle Zeit der Welt zu haben. S muss überzeugt werden, dass Dinge nicht immer perfekt sein müssen, auch Nudeln; dann geht es allerdings.





Unser Nachbar hat seinen Baum verschnitten und wir haben die Holzrester bekommen. Daraus baut S Häuser für die Meerschweinchen. Er sägt auch gleich ein paar schöne Bretter daraus zusammen, und verarbeitet die zusammen mit B zu Häusern weiter. Sieht schick aus. Als alles fertig ist, mache ich dann was ich den beiden von Anfang an empfohlen habe: googeln, ob das Holz giftig ist. Und was soll ich sagen, Chinesische Zeder ist an allen Enden giftig, vor allem die Rinde. Jetzt haben wir ausgezeichnete Fußstützen und Ständer für Blumenkübel. Die Meerschweinchen sitzen immer noch in Papphäusern.




Für B hat die Schule angefangen, erstmal übers Internet. Wir haben ihm einen einfachen Laptop besorgt, und jeden morgen um 9:30 sitzt er brav davor erledigt sein Schulmeeting und so schnell wie möglich seine interaktiven Aufgaben, damit er danach  schnell  Minecraft spielen darf. Fair enough, draussen schüttet es aus Kannen und Freunde hat er eh noch keine.

 



Ich hab für unseren Esstisch ein Tischtennisnetz bestellt um dem Regen vorzubeugen, der Salat ist ausgesät und ein Rasenmäher muss gekauft werden, mit 10 km Bewegungsradius ist das allerdings eher schwer. Willkommen in den Burbs.
Kein Rasenmäher in unmittelbarer Nähe aber eine Heckenschere mit einem deutschen Stecker auf dem Bürgersteig im Sperrmüll gefunden. Da weiss man gleich wo man ist. Fitz North ist  die Hochburg der gutbürgerlichen deutschen expat Elite in Melbourne. Ständig hört man deutsches Hausfrauen- und Vatigeplapper vor und hinter sich auf der Strasse, Gott sei Dank haben wir B nicht auch noch auf die deutsche Schule geschickt.  





Wir laden Freunde zum Samstagbrunch nach Hause ein, die meisten von unseren Bekannten trauen sich wegen den horrenden Strafen nicht in anderer Leute Häuser, die Nachbarn machen BBQ und ich kann auch hören, dass sie Bekannte eingeladen haben.
Die Kreide und Bilderrahmen sind immer noch nicht gekommen.